Rundbrief Februar 2019

Liebe Freunde von Amuka!

Diesen Rundbrief schreiben wir während unseres kurzen „Heimataufenthaltes“ in Wedel. Die letzten Wochen in Uganda waren nicht nur „heiß“ in Bezug auf die Trockenzeit, sondern auch die Landfrage und der Bau des Kindergartens kamen in eine heiße Phase. Während wir ja in der 2. Hälfte des letzten Jahres immer wieder lernen mussten, an Gottes Zusagen festzuhalten, Geduld zu haben und nicht zu zweifeln, haben sich nun ganz konkrete Schritte ergeben. Der Landvertrag wurde unterschrieben und die Vermesser waren vor Ort. Nun erfolgt die Überschreibung des Grundstücks an die britisch-ugandische Nichtregierungsorganisation JENGA, von deren Direktor Robby Keen wir schon seit Jahren unterstützt werden und mit der wir in Zukunft enger zusammenarbeiten wollen. Das gibt uns Rechtssicherheit, geistliche und fachliche Unterstützung und Hilfe in administrativen Angelegenheiten. 
Wie das genau aussehen wird, muss in den nächsten Monaten geklärt werden.

Baubesprechung mit Aaron, Robby, Allan und Orge

Die letzten Wochen waren gefüllt mit Meetings mit Robby, sowie dem Pastor Bauunternehmer und Berater Aaron, den wir auch schon lange kennen und Allan, einem jungen Bauingenieur. Es ging darum, die Bauzeichnungen nochmal zu überarbeiten (d.h. vieles zu vereinfachen) und Kosten anzupassen.

Erste Ziegelsteine

Kaum sind wir in Deutschland angekommen, schickte Aaron uns schon erste Fotos von gelieferten Ziegelsteinen und Sand zu, so wie dem Aushub der Latrinen. Diese Arbeiten sollen möglichst vor Einsetzen der Regenzeit erfolgen, wenn schwere Laster nur noch schlecht durchkommen.
Wir haben also Hoffnung, dass der Betrieb des Kindergartens ab dem 2. Term im Mai in eigenen Räumen stattfinden kann!

Zum 1. Term haben wir erstmals Kinder ordentlich mit Anmeldeformular registriert und deutlich gemacht, dass wir die Zahlung der geringen Gebühren erwarten (5€ + 5kg Mais pro Term) und es klappt erstaunlich gut, wenn auch nicht reibungslos.

Innocent unterrichtet in der Vorschule

Wir haben jetzt ca. 50 Kinder in drei Klassen, sowie drei Lehrer. Innocent, der mit Unterstützung eines Sponsoren seine Ausbildung gemacht hat, ist neu dazu gekommen.
In Bezug auf die Patenkinder hat es einige Umbrüche gegeben. Sie waren auf viele verschiedenen Schule verteilt, was es unmöglich machte, sie alle im Auge zu behalten, vor allem in den Stadtschulen. Jetzt unterstützen wir nur noch Kinder auf lokalen Schulen: Einer privaten Grundschule (St Michael) und einer staatlichen Sekundarschule (Kimaluli High).

Kinderprogramm im Bible Club

Das fanden etliche nicht gut, einige sind durch die Neuerungen auch ausgefallen, aber es macht die Zusammenarbeit mit den beiden Schulen viel leichter und es verhindert, dass wohlhabendere Familien um Patenschaften nachfragen, die das zusätzliche Geld gerne nehmen möchten, aber deren Kinder kaum im Dorf leben.
So unterstützen wir vor allem solche Kinder, die ohne die Patenschaft evtl. gar nicht zur Schule gehen würden.
Man muss allerdings auch zugeben, dass lokale Regierungsschulen einfach nicht gut sind: Im letzten Jahr hat an den beiden naheliegenden Grundschulen nicht ein Schüler den Abschluss nach der 7. Klasse bestanden! Bei St. Michael hingegen bestehen in der Regel alle.

Für eine Anzahl Jugendlicher (teils funktionale Analphabeten) benötigen wir zudem Ausbildungskurse im Handwerk. Solche „Vocational Instituts“ sind nicht in direkter Nähe und das Besichtigen der Klassenräume / Werkstätten ist eher ernüchternd.
Bessere Schule an anderen Orten mit Internatsunterbringung sind dann gleich wieder sehr teuer. Bisher haben wir noch keine Lösung gefunden, sind mit Hilfe unseres Mitarbeiters Jonathan aber auf der Suche.

Sehr schön war, dass im Januar vier junge Leute (George, Alex, Collin, Marsden) in Jinja am Nil im Youth Camp „Transformation of the Heart“ waren. Sie kamen alle strahlend und teilweise ganz verändert zurück und erzählten von ihrer erneuerten Beziehung zu Gott als Vater. George hat sich sogar bei seinem Großvater und beim Dorfchef für sein schlechtes Verhalten entschuldigt. Wir hoffen, dass sich die Zeit dort auf ihr Leben nachhaltig auswirkt und ihnen hilft, gute Entscheidungen zu treffen.

Der Sparverein

Unser Bible Club am Samstagvormittag wird sehr gut angenommen, es kommen jeweils gut 100 Kinder und Jugendliche. Es klappt sogar ganz gut, mit dem Beginn um 10:00 Uhr, da wir dann pünktlich den Porridge servieren. Ab März plant Antje mit den Jugendlichen die Themen Sexualität und Beziehungen durchzunehmen, wozu wir von „Teenstar“ gute Arbeits bücher als Vorlage bekommen haben.

Job mit seiner Tante

Auch die „Family Group“ am Freitagnachmittag hat immer mehr Teilnehmer, zuletzt waren es über 60. Am letzten Freitag vor unserer Abreise hatten wir eine Referentin aus den USA, die von ihrem Weg aus der Alkoholabhängigkeit berichtet hat. Das war für alle sehr bewegend und hoffentlich ein Anlass, für den einen oder anderen selbst Veränderung anzustreben. Davis und Jonathan haben eine neue „Saving Group“ (Sparverein) gestartet, die die Teilnehmer dazu anhält etwas Geld zu sparen und sich gegenseitig Kredite zu geben.

Sam mit seiner Mutter

Solche Gruppen sind sehr erfolgreich und helfen den Sparern tatsächlich in finanziellen Engpässen.
Im letzten Rundbrief hatten wir von dem kleinen Job geschrieben, der so unterernährt war. Seine Tante war mit ihm bei einer netten Ärztin zur Beratung, er bekommt von uns regelmäßig Milch – und die Veränderung ist sehr deutlich!


Joshua in seinem neuen Stuhl

Mit Daphins Bruder Sam war Antje in einer Klinik in Mbale, wo seine Wunden von zwei amerikanischen Kinderärztinnen gründlich untersucht wurden und sie vermuteten eine MRSA Infektion. Nach guter Behandlung mit hochwirksamen Medikamenten sieht es viel besser aus. Es bleibt abzuwarten, ob die Erreger ganz verschwunden sind.
Der kleine Joshua mit Hydrozephalus hat einen orthopädischen Stuhl bekommen, so dass er jetzt nicht mehr immer nur auf dem Boden liegen muss.
Als Familie sind wir vor zwei Monaten in Mbale in ein anderes Haus gezogen, dass Robby uns organisiert hat. Dafür sind wir sehr dankbar, denn es liegt günstiger als die Farm, direkt neben Shenays Schule und näher am Stadtzentrum. Außerdem haben wir dort einen sehr netten Wächter, dem es Freude macht, Antje in der Lokalsprache Lugisu zu unterrichten, wozu nur leider meistens die Zeit fehlt.

Rose und Harriet

Anna-Rahel ist weiter damit mit beschäftigt, die Adoption von Harriet voranzutreiben. Leider hat sich endgültig herausgestellt, dass Tabea zu jung ist, um Rose zu adoptieren, so haben wir uns entschieden, das zu tun, da wir sie auf keinen Fall wieder weggeben wollen. Allerdings ist das alles sehr schwierig und es lässt sich überhaupt noch nicht sagen, wie und wann das klappen wird. Es müssen wirklich einige Wunder geschehen!

Mit herzlichem Dank für Eure Unterstützung, ohne die das alles nicht möglich wäre und Dank an alle, die uns treu im Gebet unterstützen!

Eure Orge & Antje

P.S.: Noch ein Nachtrag zum Bau: Wir hatten geplant, erstmal „nur“ ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern, die Latrinen und das Wächterhäuschen zu bauen, da wir bisher nicht mehr Geld zusammen haben. Ein weiteres Gebäude mit einem Klassenraum und Büro/Lehrerzimmer sowie die Küche wollen wir später bauen. Heute war Orge bei der Mitgliederversammlung des „Vereins zur Förderung von Kleinprojekten in Entwicklungsländern“ (VFKE), der schon Geld für die Latrinen zugesagt hat. Heute bekamen wir eine weitere Zusage über 8000€ für ein weiteres Klassenzimmer.
Das ist eine große Ermutigung für uns! Vielen Dank, liebe VFKEler!

Rundbrief Dezember 2018

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen,
dass wir Gottes Kinder heißen sollen –
und wir sind es auch!
1.Joh. 3,
1

Liebe Freunde und Unterstützer von Amuka!

Dadurch, dass wir jetzt ständig vor Ort in Uganda sind, vertiefen sich Beziehungen und wir können auch Anliegen angehen, die mehr Zeit brauchen. Das Schöne ist, dass einige Menschen ihre Sorgen mitteilen und Rat suchen. Oft braucht es „nur“ ein Gespräch, ein Gebet, manchmal müssen Dinge praktisch in Angriff genommen werden. Neulich kam eine 46 jährige Frau zu Antje, deren Mann kaum zu Hause ist und sich mit anderen Frauen herumtreibt. Wenn er dann kommt, überträgt er Geschlechtskrankheiten und sie lebt in der Angst vor HIV und einer weiteren Schwangerschaft. Da gibt es keine einfache Lösung, aber wir konnten darüber sprechen, was evtl. möglich wäre.

Letzte Woche haben Daphine und Carol, zwei unserer Patenkinder, beim Hausputz geholfen und haben hinterher mit Antje Weihnachtssterne gebastelt, zum ersten Mal in ihrem Leben und sie hatten viel Spaß daran. Daphine brachte danach ihren kleinen Bruder mit zum Bible Club, der seit fünf Jahren eine eitrige Wunde am Bein hat. Bisher bekam er nur die üblich ugandische „Behandlung“: Panadol (Paracetamol). Wir versuchen, ihn an einen guten Arzt in der Nähe zu vermitteln.

Janne mit Joshua

Eine Frau kam mit ihrem 3 Monate alten Neffen Job, dessen Mutter bei der Geburt starb. Zuerst hatte der Vater noch Milchpulver gekauft, dann aber aufgehört. Seitdem füttern sie ihn mit Porridge. Wir haben seit zwei Monaten etwas Milchpulver gekauft, damit sie den Brei anreichern kann, aber Job ist mangelernährt und muss auch in die Klinik.
Manchmal kann man medizinisch nicht viel machen, wie bei dem kleinen Joshua der unter Hydrozephalus und schweren Gehirnschäden leidet. Aber es ist für die Familie eine Ermutigung, wenn jemand sich überhaupt kümmert, da sie schon unter dem Stigma einer solchen Behinderung leiden.

Rosemary und Faibe

Letzte Woche haben wir am Pool die Schwestern Faibe und Helen getroffen, die wir nach Missbrauch durch den Vater letztes Jahr in die Obhut von Rosemary und Robert in Mbale gegeben haben, wo sie sicher sind. Es geht den beiden gut und Faibe lernt jetzt langsam auch Lesen und Schreiben, was sie durch die Traumatisierung bisher nicht konnte.

Sehr schön ist, dass wir im Januar vier unserer Jugendlichen nach Jinja zum dreiwöchigen „Youth Camp“ schicken können. Da geht es um innere Heilung und Gott als einen liebenden Vater kennenzulernen, der ganz anders ist als die meisten Väter hier.

Janne, Shenay, Tabea, Samuel mit Rose, Martin,
Thomas, Orge

Kürzlich hatten wir Besuch aus Wedel: Martin Ebeling, der uns schon lange engagiert unterstützt, kam mit seinem Sohn Thomas sowie Samuel zu uns. An einem Tag gab es für die drei großes Programm im Projekt mit Aufführungen der Jugendlichen und Erwachsenen und allerlei Austausch. Am nächsten Tag machten sie mit Orge einen Ausflug zu den Sipi Falls.

Theaterstück zum Thema Alkohol und häusliche
Gewalt

Seit November ist Tabeas Schulfreundin Janne bei uns. Sie ist Kinderkrankenschwester und hilft sehr engagiert in Amuka, mit Straßenkindern in Mbale und in unserer Familie beim Babysitten. Sie ist eine echte Bereicherung für alle!

Die beiden Pflegekinder von Anna-Rahel und Tabea, Harriet und Rose entwickeln sich gut und machen uns viel Freude, aber die rechtlichen Fragen sind natürlich nach wie vor schwierig.

Orge engagiert sich weiter in der Landfrage, die nur zögerlich vorankommt, aber immerhin überhaupt.

Antje hatte seit zwei Monaten Sehstörungen im rechten Auge, die von Ärzten vor Ort nicht richtig diagnostiziert wurden. Nach dem Besuch einer Klinik in Kampala wurde sie notfallmäßig mit der Diagnose „Netzhautablösung“ nach Hamburg geschickt…

Kürzlich hatten wir Besuch aus Wedel: Martin Ebeling, der uns schon lange engagiert unterstützt, kam mit seinem Sohn Thomas sowie Samuel zu uns. An einem Tag gab es für die drei großes Programm im Projekt mit Aufführungen der Jugendlichen und Erwachsenen und allerlei Austausch. Am nächsten Tag machten sie mit Orge einen Ausflug zu den Sipi Falls.
Seit November ist Tabeas Schulfreundin Janne bei uns. Sie ist Kinderkrankenschwester und hilft sehr engagiert in Amuka, mit Straßenkindern in Mbale und in unserer Familie beim Babysitten. Sie ist eine echte Bereicherung für alle!

Die beiden Pflegekinder von Anna-Rahel und Tabea, Harriet und Rose entwickeln sich gut und machen uns viel Freude, aber die rechtlichen Fragen sind natürlich nach wie vor schwierig.

Orge engagiert sich weiter in der Landfrage, die nur zögerlich vorankommt, aber immerhin überhaupt.

Antje hatte seit zwei Monaten Sehstörungen im rechten Auge, die von Ärzten vor Ort nicht richtig diagnostiziert wurden. Nach dem Besuch einer Klinik in Kampala wurde sie notfallmäßig mit der Diagnose „Netzhautablösung“ nach Hamburg geschickt…

Harriet und Rose

Viele Grüße und Gottes Segen aus dem „sommerlichen“ Uganda und herzlichen Dank für alle Unterstützung und Gebete.

Von Anna-Rahel, Tabea, Shenay, Antje und Orge Janne, Shenay, Tabea, Samuel mit Rose, Martin, Thomas, Orge

Rundbrief Oktober 2018

Liebe Freunde und Unterstützer von Amuka!

Es ist einige Monate her, dass wir uns bei Euch gemeldet haben und das ist nun der erste Rundbrief direkt aus Uganda.

Im Mai hatte Anna-Rahel schon ein Haus für uns in Mbale (vom Dorf aus die nächste Stadt, 25km entfernt, wo Shenay auch zur Schule geht) gefunden.
Der Vermieter zog seine Zusage dann sechs Tage vor unserer Ankunft zurück und Anna-Rahel machte sich erneut auf die Suche.
Die potentiellen Häuser waren aber alle entweder zu teuer, zu kaputt oder noch nicht frei. Nur 12 Stunden vor unserem Abflug fand sie dann
zwei Cottages (eins für Orge, Antje, Shenay und eins für Tabea und Rose) auf der „Dutch Farm“, die einem Niederländer und seiner
ugandischen Frau gehört.
Die Farm ist etwas außerhalb, aber ruhig und sicher und wir müssen uns um nichts weiter kümmern, was Reparaturen usw. angeht (und hier ist ja ständig etwas kaputt, weil alles mit billigem Material gebaut wird). Wir bekommen hier sogar Joghurt, Milch und Käse (eine echte Seltenheit in Uganda). Shenay freut sich an den vielen Tieren hier.
Anna-Rahel und Harriet wohnen auf dem Grundstück einer Amerikanerin, die 10 vernachlässigte Kinder aufgenommen hat.
Wir lernen hier immer wieder sehr nette Leute aus aller Welt kennen, überwiegend Missionare aus den USA, Großbritannien, Holland, es gibt einen starken Zusammenhalt in dieser „Mbale Community“ wo die Leute sich sehr untereinander helfen, so dass wir immer einen Ansprechpartner bei Fragen haben.
Dankbar sind wir auch Rhonda von Jenga, die sich um unsere Missionars-Visa kümmert. Das ist super kompliziert, besonders auch, da unsere Papiere ja auch noch ins Englische übersetzt werden mussten, was nur in der Hauptstadt geht. Da wiederum hat Anja in Kampala uns sehr geholfen, die Dokumente zu den Übersetzern zu bringen.
Alles läuft nur über Kampala, was eine Reise von mindestens 6 Stunden ist und bis man ein Visum im Pass hat, muss man drei bis vier Mal dorthin.
Ansonsten sind wir auch immer wieder mit Krankheiten in der Familie beschäftigt. Anna-Rahel hatte nach einer Infusion fünf Wochen mit einer Thrombose im Arm zu kämpfen. Die ugandischen Ärzte und Patienten lieben diese „drips“ und ehe man realisiert was passiert, hat man bei jeder Krankheit eine Infusion dran.
Diese Ärztin, die ansonsten wirklich nett und sehr genau ist, wird uns so schnell keine Infusion mehr geben.
Diese Woche mussten wir Tabea mit einer Lebensmittelvergiftung hin bringen und das lief ganz ohne Infusion ab! Inzwischen hat sie allerdings eine heftige Mandelentzündung.

Shenay in ihrer Klasse

Shenay geht es an ihrer kleinen Schule sehr gut. Sie ist in der 5. Klasse, zusammen mit einem Jungen und im Klassenraum sind noch zwei Mädchen in der 7. Klasse.
Sie bekommt von den Lehrern und Mitschülern viel Unterstützung, ihr Englisch zu verbessern und beteiligt sich sehr aktiv am Unterricht. Häufig bekommt sie in Englisch sogar Einzelunterricht, der genau auf ihre Fähigkeiten abgestimmt ist.
In den wöchentlichen Spelling Tests und „Memory Vers Tests“ (Bibelvers) erreicht sie in der Regel 100%. Tabea unterrichtet in Shenays Klasse Kunst und für die jüngeren
Kinder Religion.
Tabea macht hier ja ihr Praktikum für ihr Studium der Sozialen Arbeit und Religionspädagogik.
Am Samstag unterrichtet sie in unserem Bibel Club und geht jetzt vermehrt zu Jenga Projekten, z. B. in einen Slum in Mbale.
Anna-Rahel unterrichtet in der Friseurklasse des „Young Mom’s“ Projektes die Theorie. Immer wieder sind Tabea und Anna-Rahel auch damit beschäftigt, die nötigen Papiere für ihre Pflegekinder Rose und Harriet voranzubringen, was oft sehr kompliziert ist. Immerhin hat Harriet vor kurzem ihren Pass bekommen!
Vor einigen Wochen wurde Anna-Rahel von der Polizei verhaftet, weil sie beim Überqueren einer Straße den Grünstreifen betreten hat. Das gehört zu den Dingen, mit denen wir hier zu kämpfen haben.
Einerseits geschieht hier so viel Unrecht, was einfach hingenommen wird oder sogar gutgeheißen wird, andererseits dann eine Verhaftung wegen einer Lappalie!
Schwer ist es auch mit der ganzen Korruption umzugehen und der verbreiteten Unehrlichkeit.
Wobei es den Leuten wohl gar nicht immer bewusst ist, dass sie nicht ehrlich sind, jeder versucht einfach für sich das Beste rauszuholen und sich selbst zu schützen.

Soweit einiges zu unserem Leben als Familie hier. Wir freuen uns mit drei unserer Kinder hier zusammen sein zu können, was auch den Zusammenhalt als Familie stärkt. Eliza ist zur Zeit noch im Auslandssemester in Neuseeland und Jonathan studiert weiterhin in Hamburg.

Nun zu unserer Arbeit in Amuka:
Wir hatten ja schon seit einiger Zeit bemerkt, dass vieles nicht so gut lief und besonders Iname überarbeitet war.
Als wir kamen, stellte sich heraus, dass die Family Groups mit den Dorfbewohnern und der Bible Club fast ganz zum Erliegen gekommen waren. Die Landfrage für die Nursery und unser Haus war nicht vorangekommen. Die 35 Patenkinder, die ursprünglich fast alle dieselbe lokale Grundschule besucht hatten, gehen jetzt auf 20 verschiedene Schulen, je nach eigenen Wünschen, teilweise in der Stadt. Joan und Mercy haben beide Babies bekommen.
Apollo, der in der Family Group unterrichtete, hat bei seinem anderen Arbeitsplatz eine Beförderung bekommen, muss jetzt an 6 Tagen arbeiten und hat somit bei Amuka aufgehört.
Iname hat um Beurlaubung bis Ende des Jahres gebeten, was sicher gut ist, damit die etwas zur Ruhe kommt und wir etliches klären können.
Somit gab und gibt es allerhand für uns zu tun!
Gott sei Dank(!) hat sich ziemlich schnell gezeigt, dass zwei junge Leute, die wir schon länger kennen, Interesse haben, mitzuarbeiten: Dinah Kitongo (beendet demnächst ihr Studium der Sozialen Arbeit) und Jonathan Khatoko (hat mit Unterstützung von Amuka Buchhalter gelernt) arbeiten seit September mit.
Beide kommen aus der Gegend, allerdings ist Dinah in Mbale aufgewachsen und hat schon einige Erfahrungen mit Westlern.
Am Freitag unterrichten wir im Wechsel in der Family Group, wo sich inzwischen wieder fast 30 Teilnehmer einfinden.
Wir haben gefragt, welche Themen sie interessieren, die meisten wünschen „Gottes Wort“, „Erziehung“ und „Kunsthandwerk“.
Weniger Interesse fanden Landwirtschaft und Ernährung, was uns etwas erstaunt, da ja alle von Landwirtschaft leben und es durch die unfruchtbaren Böden und die Anbaumethoden immer
wieder zu Hungersnöten kommt. Am Samstag haben Tabea, Jonathan, Dinah und Antje den Bibel Club wieder aufgenommen, mit ständig steigender Anwesenheit, am 13. Oktober waren schon 100 Kinder und Jugendliche (3-20 Jahre) dort!
Dinah kümmert sich auch um unsere Vorschule, indem sie mit unserem Lehrer in Ausbildung, Marsden zusammenarbeitet. In diesem Monat war auch Petra Hege zu Besuch, um eine Lehrerfortbildung zu geben und nach dem Rechten zu sehen.
In der Landfrage sind wir ein gutes Stück weitergekommen, wenn wir auch noch nicht den letztendlichen Vertrag unterzeichnet haben, um das Land wirklich gesichert zu haben um mit dem Bau einer neuen Vorschule zu beginnen.
Immerhin haben alle Beteiligten sich mündlich auf eine Lösung verständigen können.
Was die Patenkinder angeht, hatten wir ja geplant, die Unterstützung zu stoppen, bis alle anderen Fragen geklärt sind.
Auf Anraten von Robby Keen von Jenga haben wir aber dann doch den dritten Term dieses Jahres gezahlt, damit alle das Schuljahr beenden können.
Wir haben schon mit den Kindern und Eltern gesprochen, dass wir in Zukunft nur noch Kinder auf je einer Grundschule und einer weiterführenden Schule in der Gegend unterstützten werden.
So wie die Schüler jetzt verteilt sind, ist es sehr schwer das Schulgeld zu bezahlen und sie alle im Blick zu haben.

Jonathan, Shenay, Dinah, Mercy, Orge

Außerdem ist es ja das Ziel von Amuka die Entwicklung im Dorf voranzubringen und da ist es gut, wenn wir mit lokalen Schulen kooperieren.
Wie schon geschrieben, haben wir immer wieder damit zu tun, dass Mädchen schwanger werden. Mercy hatte eine Beziehung zu einem ihrer Lehrer (verheiratet).
Wen auch immer wir dazu fragen, warum sich die Mädchen darauf einlassen, alle sagen das gleiche: die Mädchen haben kein Geld für Schulhefte, Seife und Binden. Wenn nun ein Mann kommt und dafür sorgt, lassen sie sich auf eine Beziehung ein.
Das ist für uns schwer nachzuvollziehen, aber die Not ist tatsächlich groß. Auch zu Antje kommen die Mädchen und bitten um Binden.
Von Grace Munyosi von Jenga haben wir jetzt ein Set Baumwollbinden als Beispiel bekommen als Beispiel und hoffen, eine Frau zu finden, die so etwas nähen kann, um sie dann günstig zu verkaufen.
Eine andere Sache, die hier beim Stamm der Bagisu im Moment sehr im Vordergrund steht, sind die alle zwei Jahre stattfindenden Beschneidungszeremonien. Die etwa 14jährigen Jungen lassen sich auf traditionelle Weise beschneiden, nachdem sie zuvor etliche Wochen in lauten Umzügen, tanzend und bemalt durch die Dörfer und Städte ziehen.
Im Verlauf der Beschneidung werden etliche Blutopfer gebracht, z.B. auf Gräbern der Vorfahren, für Geister, um das Messer für die Beschneidung zu Weihen usw. Es wird viel Alkohol getrunken und in der Folge kommt es zu sexuellen Ausschweifungen aller Art.

Dan mit seinem eigenem Werkzeug

Wir haben mit den Jungen immer wieder darüber geredet, worauf sie sich dabei einlassen, aber teilweise ist es auch der Druck der Eltern, die drohen, ihnen kein Land zu vererben, wenn sie sich nicht „richtig“ beschneiden lassen oder die Angst kein „richtiger“ Mann zu sein, die sie dazu drängen.
Wir freuen uns sehr, dass wir für Dan, der gehörlos ist und seit Jahren von der Gebärdensprachlichen Gemeinde in Hamburg unterstützt wird, einen Ausbildungsplatz als Tischler gefunden haben. In all den Jahren hatte Dan sehr gut die Gebärdensprache gelernt, aber konnte, aufgrund der Vernachlässigung in den ersten Lebensjahren, nie ausreichend Lesen und Schreiben lernen. In dieser 3jährigen Ausbildung werden vor allem praktischen Fertigkeiten gelehrt, aber weniger (schriftliche) Theorie.
In der letzten Woche haben Orge und Antje Innocent während seines Praktikums in einer Vorschule besucht. Mithilfe einer Patenschaft macht er seit zwei Jahren seine Ausbildung zum Vorschullehrer und wird im November seine Prüfungen ablegen. Er macht sich schon ganz gut in der Klasse.

Heute haben wir Anna-Rahels Geburtstag hier auf der Farm gefeiert mit Gästen aus sechs verschiedenen Nationen. Das hat wirklich viel Spaß gemacht und wir hatten eine gute Gemeinschaft.

Viele Grüße und Gottes Segen aus dem „sommerlichen“ Uganda und herzlichen Dank für alle Unterstützung und Gebete.

von Anna-Rahel, Tabea, Shenay, Antje und Orge