Rundbrief Oktober 2018

Liebe Freunde und Unterstützer von Amuka!

Es ist einige Monate her, dass wir uns bei Euch gemeldet haben und das ist nun der erste Rundbrief direkt aus Uganda.

Im Mai hatte Anna-Rahel schon ein Haus für uns in Mbale (vom Dorf aus die nächste Stadt, 25km entfernt, wo Shenay auch zur Schule geht) gefunden.
Der Vermieter zog seine Zusage dann sechs Tage vor unserer Ankunft zurück und Anna-Rahel machte sich erneut auf die Suche.
Die potentiellen Häuser waren aber alle entweder zu teuer, zu kaputt oder noch nicht frei. Nur 12 Stunden vor unserem Abflug fand sie dann
zwei Cottages (eins für Orge, Antje, Shenay und eins für Tabea und Rose) auf der „Dutch Farm“, die einem Niederländer und seiner
ugandischen Frau gehört.
Die Farm ist etwas außerhalb, aber ruhig und sicher und wir müssen uns um nichts weiter kümmern, was Reparaturen usw. angeht (und hier ist ja ständig etwas kaputt, weil alles mit billigem Material gebaut wird). Wir bekommen hier sogar Joghurt, Milch und Käse (eine echte Seltenheit in Uganda). Shenay freut sich an den vielen Tieren hier.
Anna-Rahel und Harriet wohnen auf dem Grundstück einer Amerikanerin, die 10 vernachlässigte Kinder aufgenommen hat.
Wir lernen hier immer wieder sehr nette Leute aus aller Welt kennen, überwiegend Missionare aus den USA, Großbritannien, Holland, es gibt einen starken Zusammenhalt in dieser „Mbale Community“ wo die Leute sich sehr untereinander helfen, so dass wir immer einen Ansprechpartner bei Fragen haben.
Dankbar sind wir auch Rhonda von Jenga, die sich um unsere Missionars-Visa kümmert. Das ist super kompliziert, besonders auch, da unsere Papiere ja auch noch ins Englische übersetzt werden mussten, was nur in der Hauptstadt geht. Da wiederum hat Anja in Kampala uns sehr geholfen, die Dokumente zu den Übersetzern zu bringen.
Alles läuft nur über Kampala, was eine Reise von mindestens 6 Stunden ist und bis man ein Visum im Pass hat, muss man drei bis vier Mal dorthin.
Ansonsten sind wir auch immer wieder mit Krankheiten in der Familie beschäftigt. Anna-Rahel hatte nach einer Infusion fünf Wochen mit einer Thrombose im Arm zu kämpfen. Die ugandischen Ärzte und Patienten lieben diese „drips“ und ehe man realisiert was passiert, hat man bei jeder Krankheit eine Infusion dran.
Diese Ärztin, die ansonsten wirklich nett und sehr genau ist, wird uns so schnell keine Infusion mehr geben.
Diese Woche mussten wir Tabea mit einer Lebensmittelvergiftung hin bringen und das lief ganz ohne Infusion ab! Inzwischen hat sie allerdings eine heftige Mandelentzündung.

Shenay in ihrer Klasse

Shenay geht es an ihrer kleinen Schule sehr gut. Sie ist in der 5. Klasse, zusammen mit einem Jungen und im Klassenraum sind noch zwei Mädchen in der 7. Klasse.
Sie bekommt von den Lehrern und Mitschülern viel Unterstützung, ihr Englisch zu verbessern und beteiligt sich sehr aktiv am Unterricht. Häufig bekommt sie in Englisch sogar Einzelunterricht, der genau auf ihre Fähigkeiten abgestimmt ist.
In den wöchentlichen Spelling Tests und „Memory Vers Tests“ (Bibelvers) erreicht sie in der Regel 100%. Tabea unterrichtet in Shenays Klasse Kunst und für die jüngeren
Kinder Religion.
Tabea macht hier ja ihr Praktikum für ihr Studium der Sozialen Arbeit und Religionspädagogik.
Am Samstag unterrichtet sie in unserem Bibel Club und geht jetzt vermehrt zu Jenga Projekten, z. B. in einen Slum in Mbale.
Anna-Rahel unterrichtet in der Friseurklasse des „Young Mom’s“ Projektes die Theorie. Immer wieder sind Tabea und Anna-Rahel auch damit beschäftigt, die nötigen Papiere für ihre Pflegekinder Rose und Harriet voranzubringen, was oft sehr kompliziert ist. Immerhin hat Harriet vor kurzem ihren Pass bekommen!
Vor einigen Wochen wurde Anna-Rahel von der Polizei verhaftet, weil sie beim Überqueren einer Straße den Grünstreifen betreten hat. Das gehört zu den Dingen, mit denen wir hier zu kämpfen haben.
Einerseits geschieht hier so viel Unrecht, was einfach hingenommen wird oder sogar gutgeheißen wird, andererseits dann eine Verhaftung wegen einer Lappalie!
Schwer ist es auch mit der ganzen Korruption umzugehen und der verbreiteten Unehrlichkeit.
Wobei es den Leuten wohl gar nicht immer bewusst ist, dass sie nicht ehrlich sind, jeder versucht einfach für sich das Beste rauszuholen und sich selbst zu schützen.

Soweit einiges zu unserem Leben als Familie hier. Wir freuen uns mit drei unserer Kinder hier zusammen sein zu können, was auch den Zusammenhalt als Familie stärkt. Eliza ist zur Zeit noch im Auslandssemester in Neuseeland und Jonathan studiert weiterhin in Hamburg.

Nun zu unserer Arbeit in Amuka:
Wir hatten ja schon seit einiger Zeit bemerkt, dass vieles nicht so gut lief und besonders Iname überarbeitet war.
Als wir kamen, stellte sich heraus, dass die Family Groups mit den Dorfbewohnern und der Bible Club fast ganz zum Erliegen gekommen waren. Die Landfrage für die Nursery und unser Haus war nicht vorangekommen. Die 35 Patenkinder, die ursprünglich fast alle dieselbe lokale Grundschule besucht hatten, gehen jetzt auf 20 verschiedene Schulen, je nach eigenen Wünschen, teilweise in der Stadt. Joan und Mercy haben beide Babies bekommen.
Apollo, der in der Family Group unterrichtete, hat bei seinem anderen Arbeitsplatz eine Beförderung bekommen, muss jetzt an 6 Tagen arbeiten und hat somit bei Amuka aufgehört.
Iname hat um Beurlaubung bis Ende des Jahres gebeten, was sicher gut ist, damit die etwas zur Ruhe kommt und wir etliches klären können.
Somit gab und gibt es allerhand für uns zu tun!
Gott sei Dank(!) hat sich ziemlich schnell gezeigt, dass zwei junge Leute, die wir schon länger kennen, Interesse haben, mitzuarbeiten: Dinah Kitongo (beendet demnächst ihr Studium der Sozialen Arbeit) und Jonathan Khatoko (hat mit Unterstützung von Amuka Buchhalter gelernt) arbeiten seit September mit.
Beide kommen aus der Gegend, allerdings ist Dinah in Mbale aufgewachsen und hat schon einige Erfahrungen mit Westlern.
Am Freitag unterrichten wir im Wechsel in der Family Group, wo sich inzwischen wieder fast 30 Teilnehmer einfinden.
Wir haben gefragt, welche Themen sie interessieren, die meisten wünschen „Gottes Wort“, „Erziehung“ und „Kunsthandwerk“.
Weniger Interesse fanden Landwirtschaft und Ernährung, was uns etwas erstaunt, da ja alle von Landwirtschaft leben und es durch die unfruchtbaren Böden und die Anbaumethoden immer
wieder zu Hungersnöten kommt. Am Samstag haben Tabea, Jonathan, Dinah und Antje den Bibel Club wieder aufgenommen, mit ständig steigender Anwesenheit, am 13. Oktober waren schon 100 Kinder und Jugendliche (3-20 Jahre) dort!
Dinah kümmert sich auch um unsere Vorschule, indem sie mit unserem Lehrer in Ausbildung, Marsden zusammenarbeitet. In diesem Monat war auch Petra Hege zu Besuch, um eine Lehrerfortbildung zu geben und nach dem Rechten zu sehen.
In der Landfrage sind wir ein gutes Stück weitergekommen, wenn wir auch noch nicht den letztendlichen Vertrag unterzeichnet haben, um das Land wirklich gesichert zu haben um mit dem Bau einer neuen Vorschule zu beginnen.
Immerhin haben alle Beteiligten sich mündlich auf eine Lösung verständigen können.
Was die Patenkinder angeht, hatten wir ja geplant, die Unterstützung zu stoppen, bis alle anderen Fragen geklärt sind.
Auf Anraten von Robby Keen von Jenga haben wir aber dann doch den dritten Term dieses Jahres gezahlt, damit alle das Schuljahr beenden können.
Wir haben schon mit den Kindern und Eltern gesprochen, dass wir in Zukunft nur noch Kinder auf je einer Grundschule und einer weiterführenden Schule in der Gegend unterstützten werden.
So wie die Schüler jetzt verteilt sind, ist es sehr schwer das Schulgeld zu bezahlen und sie alle im Blick zu haben.

Jonathan, Shenay, Dinah, Mercy, Orge

Außerdem ist es ja das Ziel von Amuka die Entwicklung im Dorf voranzubringen und da ist es gut, wenn wir mit lokalen Schulen kooperieren.
Wie schon geschrieben, haben wir immer wieder damit zu tun, dass Mädchen schwanger werden. Mercy hatte eine Beziehung zu einem ihrer Lehrer (verheiratet).
Wen auch immer wir dazu fragen, warum sich die Mädchen darauf einlassen, alle sagen das gleiche: die Mädchen haben kein Geld für Schulhefte, Seife und Binden. Wenn nun ein Mann kommt und dafür sorgt, lassen sie sich auf eine Beziehung ein.
Das ist für uns schwer nachzuvollziehen, aber die Not ist tatsächlich groß. Auch zu Antje kommen die Mädchen und bitten um Binden.
Von Grace Munyosi von Jenga haben wir jetzt ein Set Baumwollbinden als Beispiel bekommen als Beispiel und hoffen, eine Frau zu finden, die so etwas nähen kann, um sie dann günstig zu verkaufen.
Eine andere Sache, die hier beim Stamm der Bagisu im Moment sehr im Vordergrund steht, sind die alle zwei Jahre stattfindenden Beschneidungszeremonien. Die etwa 14jährigen Jungen lassen sich auf traditionelle Weise beschneiden, nachdem sie zuvor etliche Wochen in lauten Umzügen, tanzend und bemalt durch die Dörfer und Städte ziehen.
Im Verlauf der Beschneidung werden etliche Blutopfer gebracht, z.B. auf Gräbern der Vorfahren, für Geister, um das Messer für die Beschneidung zu Weihen usw. Es wird viel Alkohol getrunken und in der Folge kommt es zu sexuellen Ausschweifungen aller Art.

Dan mit seinem eigenem Werkzeug

Wir haben mit den Jungen immer wieder darüber geredet, worauf sie sich dabei einlassen, aber teilweise ist es auch der Druck der Eltern, die drohen, ihnen kein Land zu vererben, wenn sie sich nicht „richtig“ beschneiden lassen oder die Angst kein „richtiger“ Mann zu sein, die sie dazu drängen.
Wir freuen uns sehr, dass wir für Dan, der gehörlos ist und seit Jahren von der Gebärdensprachlichen Gemeinde in Hamburg unterstützt wird, einen Ausbildungsplatz als Tischler gefunden haben. In all den Jahren hatte Dan sehr gut die Gebärdensprache gelernt, aber konnte, aufgrund der Vernachlässigung in den ersten Lebensjahren, nie ausreichend Lesen und Schreiben lernen. In dieser 3jährigen Ausbildung werden vor allem praktischen Fertigkeiten gelehrt, aber weniger (schriftliche) Theorie.
In der letzten Woche haben Orge und Antje Innocent während seines Praktikums in einer Vorschule besucht. Mithilfe einer Patenschaft macht er seit zwei Jahren seine Ausbildung zum Vorschullehrer und wird im November seine Prüfungen ablegen. Er macht sich schon ganz gut in der Klasse.

Heute haben wir Anna-Rahels Geburtstag hier auf der Farm gefeiert mit Gästen aus sechs verschiedenen Nationen. Das hat wirklich viel Spaß gemacht und wir hatten eine gute Gemeinschaft.

Viele Grüße und Gottes Segen aus dem „sommerlichen“ Uganda und herzlichen Dank für alle Unterstützung und Gebete.

von Anna-Rahel, Tabea, Shenay, Antje und Orge

Rundbrief März 2018

Liebe AMUKA-Freunde!

Im Folgenden könnt ihr verschiedene Berichte über das Geschehen in der AMUKA-Arbeit seit Beginn des Jahres lesen; der erste Beitrag ist von Micha Offe aus unserer Gemeinde in Wedel:

„Die Perle Afrikas“- So bezeichnete Winston Churchill einst das Land, in welches ich nun reisen würde – Uganda.
Ich bin ein frisch gebackener Abiturient mit Begeisterung für Afrika, nachdem ich vor einiger Zeit bei einem Freund im Senegal war. Es lag auf der Hand, früher oder später auch Amuka in Uganda zu besuchen. Im Februar ergab sich die Gelegenheit und ich machte mich zusammen mit Tabea auf die Reise.
Für mich buchstäblich ein Abenteuer, für Tabea bestenfalls Routine: Das vierzehnte Mal schon reiste sie in das ostafrikanische Land. Ohne ihre Erfahrung wäre ich, und das stellte ich bereits am ersten Tag am Busbahnhof fest, schnell verloren gegangen.
Ein deutscher Missionar weihte mich mit folgenden Worten in das Leben in Uganda ein: „Du hast hier nie Langeweile, sobald du einen Schritt aus dem Haus wagst.“.
Er brachte es auf den Punkt. Jeder einzelne Tag war unvorhersehbar, kurios und wundersam zugleich. Selbst im Haus kam es ab und zu vor, dass ich eine Ziege aus meinem Zimmer oder ein Huhn von dem Keyboard jagen musste. Wir teilten uns ein Haus mit Iname und ihrer Familie. Wir aßen gemeinsam, machten Musik, trafen uns abends zum Beten.

Iname mit Kindern und Pflegekindern

Ich wusste die Gemeinschaft mit Iname, Noah, Ruth, Yusuf, Janet, Rose, Harriet und Tabea sehr zu schätzen.
Tagsüber verbrachten wir viel Zeit im Projekt mit den verschiedenen Gruppen, die uns meistens als Willkommensgruß ein Theaterstück oder Lied vorspielten. Während Iname in der Dorfschule unterrichtete, kümmerte sich Tabea zuhause um Harriet und Rose. Oftmals besuchten wir Kinder in anderen Schulen, die mit Geldern von Amuka unterstützt werden.

Tabea mit Harriet und Rose

Manchmal gab Tabea Unterricht für die Schüler natürlich ein absolutes Highlight.
Sobald die Schatten länger wurden und mit der knallenden Mittagssonne auch die Hitze nachgab, traf ich mich häufig mit den Jugendlichen des Dorfes zum Fußballspielen.
Fußball in Afrika hat es in sich. Alle spielten barfuß, ich spielte mit meinen Joggingschuhen. Nicht, um mir einen Vorteil zu verschaffen, sondern um mich vor den unzähligen Steinen zu schützen. Ich war ein Sonderling: Mit Abstand der Größte und der einzige Weiße auf dem Platz. Manche Dorfbewohner schauten beim Fußball zu, bloß um mich spielen zu sehen.
Der Trubel um meine Person war eine neuartige Erfahrung für mich. Die jüngeren Kinder winkten mir oft zu und riefen „Mzungu“, was in Uganda „Weißer“ bedeutet. Weiße sind auf den Dörfern eine Rarität und somit gerade für Kinder eine Besonderheit, gar eine Attraktion. Ich gewöhnte mich an die Aufmerksamkeit und musste manchmal damit leben, dass selbst auf dem Weg zur Latrine stets Augen auf mich gerichtet waren.
Eines Tages war ich beim Dorfchef zu Gast, wie für alle Besucher des Dorfes üblich und sogar notwendig. Er erzählte mir, dass jemand aus einem anderen Dorf einen Weißen mit großer Kamera beobachtet hätte und dadurch beunruhigt wäre.
Dieser Weiße war ich. Der Dorfchef schien froh zu sein, als ich ihm mein Vorhaben erklärte, Fotos und Videos für das Amuka-Projekt zu machen.
Meine Kamera führte ich immer bei mir und kam am Ende auf über 1800 Dateien. Insbesondere die Kinder waren fasziniert von der Kamera, zumal viele noch nie zuvor ein Foto von sich gesehen hatten.
Die Freude, die Afrikaner an Kleinigkeiten haben, inspirierte mich. Ich sah strahlende Kinder, die eine Banane geschenkt bekommen hatten, leidenschaftliche Fußballer, enthusiastische Tänzer und humorvolle Prediger. Ich lernte den Lebensstandard in Deutschland zu schätzen, auf den ich für einen Monat verzichten musste, verstand aber gleichzeitig, dass er kein Garant für Glück ist. Einen Monat lang kein fließend Wasser und kaum kalkulierbaren Strom, dafür unbezahlbare Erfahrungen, unzählige Anekdoten und neue Freundschaften – so lautet mein Fazit für diese Reise. Meine Reise zur Perle Afrikas.

Micha Offe


Apollo unterrichtet in einer Family Group

Eine Teilnehmerin mit ihrem Küchengarten

Ich heiße Apollo Malasile und arbeite bei AMUKA als Landwirtschaftsexperte. Ich unterrichte in den Dorfgemeinschaften (in den Family Goups) landwirtschaftliches Wissen und rüste sie mit Fertigkeiten aus. Wir sind besorgt darüber, dass die Menschen große Mengen an Chemikalien beim Anbau verwenden, die sie dann zu sich nehmen. Die Chemikalien haben in Afrika so viele schwere Krankheiten verursacht. Darum versuchen wir, diese Probleme zu bekämpfen, indem wir die Farmer anleiten, sich selbst und die Natur zu schützen durch Einführung von „Farming God‘s Way“.
Ich bin glücklich, unsere Unterstützer in Deutschland darüber informieren zu können, dass die Dorfgemeinschaft sich verändert und aktiv an dem von AMUKA angebotenen Programm teilnimmt.

Sogar etliche Kinder in den Dörfern legen eigene kleine Gärten an. Das Moskitonetz dient der Abwehr von Hühnern

Wir haben über 200 Teilnehmer von denen mehr als 50 die neuen Methoden auf ihren Feldern umsetzen. Außerdem freue ich mich, Euch mitteilen zu können, dass die Kleinbauern, die „Küchengärten“ und „Sackbeete“ benutzen, während der Dürrezeit kein Grüngemüse auf dem Markt kaufen mussten, weil sie genug im Garten hatten.
Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, allen Menschen in Deutschland, besonders unseren Unterstützern zu danken für ihren Beitrag und alle Unterstützung, Ihr habt so viele Leben in Uganda gerettet.

Apollo Malasile


Es ist nun über 10 Jahre her, seitdem wir unsere erste Reise nach Uganda unternommen haben – ohne im geringsten zu ahnen, wie das unser Leben als Familie verändern würde! Vieles ist seitdem im Dorf Bunamukheya und rundherum geschehen, vielen Menschen wurde geholfen durch Schulungen, Patenschaften und medizinische Versorgung. Das Leben etlicher Menschen hat sich positiv verändert dank Eurer Unterstützung und dem Engagement der ugandischen Mitarbeiter, allen voran Iname.
Dennoch fragen wir uns immer wieder, warum sich eben vieles auch kaum verändert, warum viele Menschen (insbesondere Männer) die Angebote nicht annehmen, warum Uganda in seiner Entwicklung hinterherhinkt.
Schon seit längerem sind wir immer wieder mit den Auswirkungen von „witchcraft“ (kann allgemein als „Zauberei“ übersetzt werden, beinhaltet aber die Angst vor menschlichen Geistern/ Kräften, alles Okkulte, Teufelsanbetung, Hexerei, Flüche) konfrontiert worden.
Es scheint so, dass fast alle Menschen in irgendeiner Form Erfahrungen mit witchcraft gemacht haben und in Angst davor leben. Selbst unsere schwarze(!) Katze, die verkrüppelte Vorderbeine hat und deshalb wie ein Känguru hüpft, wird als böser Geist angesehen.
Kürzlich las ich einen sehr interessanten Artikel von Jim Harries, der seit 30 Jahren in West- Kenia als Missionar und Dozent tätig ist (Witchcraft, Envy, Development and Christian Mission in Africa). Er schreibt: „Die Probleme, die allgemein mit Unterentwicklung von Teilen des afrikanischen Kontinents assoziiert werden, haben ihre Wurzel in Witchcraft.
Harries legt dar, dass der Auslöser für Witchcraft im Wesentlichen Neid und dem damit verbunden Misstrauen ist. „Witchcraft wird durch Neid angeheizt. Neid blockiert die Eigenentwicklung … Den Neid zu überwinden ist wesentlich für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung, sowie für das geistliche Wohlergehen und ist darum zentral für alle Missions- und Entwicklungsarbeit.“

Auf dem lokalen Markt zu kaufen: Zutaten für die „Medizin“ der Witchdoctors

Praktisch alle Beobachtungen und Beispiele, die Harries beschreibt, stimmen mit unseren eigenen Erfahrungen überein. Insbesondere Iname, die von den Dorfbewohnern als superreich angesehen wird, weil sie mit den Weißen das Haus teilt, hat sehr darunter zu leiden.
Das geht soweit, dass sie von ihrem Gehalt jeden Monat Essen für ihre Nachbarn kauft, um deren Neid zu besänftigen.
Harries zieht die Schlussfolgerung: „Der Schlüssel, um Witchcraft und damit viele Probleme, die Afrika bedrängen, zu überwinden, ist wahrer Glaube in Christus.“. Die meisten Menschen, mit denen wir zu tun haben, sind ja Mitglieder irgendeiner Kirche, aber es scheint so zu sein, dass sie noch nicht Jesus als Wahrheit und Freiheit und denjenigen, der für sie sorgt, erlebt haben. Harries schreibt, dass es leichter ist, „den sozialen Umständen, die Schuld zuzuschieben, als das Verschulden im menschlichen Herzen zu suchen.“
Aber genau da braucht es einen Veränderung, damit es auch im täglichen Leben, in den Beziehungen und Familien zu Veränderung kommt! Betet mit uns, für Weisheit in dieser Arbeit und erneuerte Herzen!

Antje Balack

Rundbrief Dezember 2017

Neues aus Uganda, Dezember 2017

Liebe AMUKA-Freunde und Unterstützer!

Zum Ende des Jahres möchten wir Euch allen ganz herzlich danken für alle treue Unterstützung der Projektarbeit in Manafwa und einzelner Menschen in Not.
Am 1. Januar 2017 starb die Mutter von Joshua und Jacob kurz nach der Entbindung. Ihre Tante Philomela (2.v. re.) versuchte, sie mit Kuhmilch zu füttern, was aber nicht gut ging.
So bekamen die beiden über 9 Monate Babymilchpulver von AMUKA, jetzt vertragen sie normale Milch. Jacob (re.) bekam außerdem Unterstützung für eine Leistenbruchoperation.

Die Zwillinge haben vier ältere Geschwister, darunter zwei Mädchen, von denen wir wussten, dass der (psychisch kranke) Vater sie missbraucht. Es hat lange gedauert und viel Einsatz und Verhandlungsgeschick von Iname gefordert, bis der Vater Faibe (re.) und Helen schließlich gehen ließ. Die beiden leben jetzt in der Stadt Mbale in einer sicheren Umgebung bei Christen, die sie unterstützen, und gehen zur Schule.
Weihnachten 2016 nahm Iname die kleine Rose (vorne li.) auf, die damals völlig unterernährt, krank und apathisch war. Mit viel Geduld, gutem Essen und Liebe wurde Rose von Iname, ihren Kinder und Tabea umsorgt, so dass sie sich jetzt langsam, aber stetig entwickelt. Später kam noch Rosies zwei Jahre ältere (!) Cousine Harriet (vorne re.) dazu. Manchmal nimmt Iname die beiden mit zu ihrer Schule, dafür hat sie ihnen die Uniformen schneidern lassen.

Jeden Sonnabend kommen alle Patenkinder und viele Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Dörfern zum Bible Club zusammen.
Während der Hungerzeit von März bis Juni wurden dabei jeweils Mahlzeiten an bis zu 380 Kinder ausgegeben.
Inzwischen haben wir schon wieder 3 Tonnen Mais eingelagert, der von Noah mit großartigen Einsatz gegen Schädlinge verteidigt wird.
Um die Ernährungssituation langfristig zu verbessern, hat Apollo angefangen, neue Methoden an Jugendliche und Frauen (die Männer sind da weniger aktiv) zu vermitteln. Unter anderem ist das der „Küchengarten“ in dem Kompostabfälle mittels eines Korbes direkt den Gemüsepflanzen zugeführt werden. Auch die Anwendung von Flüssigdünger aus Tierkot wird unterrichtet. Rückschläge gibt es immer wieder durch Schädlingsbefall.
Mit Hilfe von Marsden (re.im Bild), der eine Ausbildung zum Vorschullehrer macht, hat Iname eine Vorschulklasse gestartet, die sehr engagiert von Petra Hege während ihrer Besuche in Uganda betreut wird. Für den Bau einer Schule haben wir jetzt drei Kostenvoranschläge bekommen, nun muss die Landfrage geklärt werden.
Bitte betet mit uns um Weisheit und die richtigen Entscheidungen, damit viele Kinder den Segen einer christlichen, wertschätzenden u. qualifizierten Schulbildung erfahren. Es gäbe noch so viel zu berichten, wie Euer Einsatz an finanzieller Unterstützung, Gebet und praktischer Hilfe vielen Menschen in Manafwa neuen Mut zum Leben gegeben hat und auch uns hier immer wieder ermutigt, wenn die Dinge mal wieder nicht reibungslos laufen. Gott segne Euch dafür! Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr!

Orge & Antje Balack mit den Teams in Deutschland und Uganda